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Superman Red Son I - III

Superman Red Son I - III

(2014) "Red Son" ist sicherlich eine der lesenswertesten und unterhaltsamsten Stories um Superman überhaupt. Die Handlung spielt in einem alternativen Universum und hat somit nichts mit dem Kanon der Superman-Geschichten zu tun. Was wäre, wenn Superman nicht in einem Feld in Kansas gelandet wäre? Was, wenn er in der UdSSR gelandet wäre und somit unter Stalin ein Kommunist geworden wäre? Dazu hätte Ka-Els Rettungskapsel, die vom Planeten Krypton geschickt wurde, nur zwölf Stunden früher oder später auf der Erde landen müssen. Genau diese winzig kleine Annahme macht Autor Mark Millar in "Red Son" und zeigt auf, wie die Welt wäre, wenn Superman ein Kommunist wäre.

Teil 1: Red Son Rising

Lois Luther (ja, die Lois Lane aus den normalen DC-Universum) wird morgen von ihrem Kollegen Jimmy aus dem Schlaf geholt, weil das Gerücht umgeht, dass die Sowjets eine neue Superwaffe hätten. Diese Waffe ist Superman, der an der Seite von Stalin für die Kameras posiert. Währenddessen erprobt Lex Luthor in den S.T.A.R. Labs sein neues Diktiergerät, welches das Genie in der Mittagspause erfunden, als er von Agent James Olsen unterbrochen wird. Dieser will sich die Forschungsergebnisse von Luthor anschauen, doch ist er erschrocken, dass er nur einen Haufen Trümmer vor sich sieht. Luthor entgegnet ihm, dass sein Unterbewusstsein schon an einer Waffe gegen Superman arbeitet und er bald Ergebnisse vorweisen wird. Daheim scheint seine Ehefrau Lois nur wenig von den Erfindungen ihres Mannes begeistert zu sein und gibt sich über die Lage der USA äußert pessimistisch. Da bekommt Luthor eine Idee, wie er Superman stoppen könnte und ruft direkt beim Präsidenten der USA an, um ihn um Forschungsmittel und die Erlaubnis einen sowjetischen Satelliten über einem Ballungsgebiet abzuschießen. Dieser stürzt kurze Zeit später wirklich ab und rast auf Metropolis zu, doch Superman kennt keine Grenzen und eilt auch den Amerikanern zu Hilfe und fängt den herabstürzenden Satelliten ab. Auch als durch den Satelliten die markante goldene Weltkugel auf dem Dach des Daily Planet beschädigt wird und auf die Menschen auf den Straßen runter fällt, ist Superman zur Stelle und fängt diese auf. Er sieht dabei zum ersten Mal Lois Luthor und ist sofort von ihr fasziniert. Umgekehrt hat auch er eine große Wirkung auf sie. Superman bringt die Kugel wieder auf dem Dach an und verlässt Metropolis fürs Erste. Die ganze Szenerie wurde von Lex Luthor aus der Ferne studiert und analysiert. Auf einem Ball trifft Superman auf Diana, die Amazonenprinzessin. Stalin will die Amazonen in die Sowjetunion bekommen, doch sind diese nicht all zu leicht für Stalin zu bekommen. Diana merkt, dass Superman irgendwie traurig ist. Er gibt zu, dass er Paraden und Festivitäten nicht wirklich mag und lieber nur helfen mag. Diana versteht ihn nur zu gut. Dies fällt auch Stalin auf, der vorschlägt, dass Diana eine gute Ehefrau für Superman wäre. Superman ist aber abgelenkt, weil der den Polizeichef Pytor Roslov (Stalins unehelicher Sohn)sucht, der nicht auf dem Fest war. Schließlich findet er mit seinem Superblick Roslov außerhalb von Moskau auf Dosen schießen und eilt zu ihm. Es wird deutlich, dass Roslov nicht nur betrunken, sondern auch neidisch auf Superman ist, weil dieser Stalins Liebling ist und nicht er. Des Weiteren ist Roslov deprimiert, weil er die Eltern eines Jungen erschießen musste, weil diese gegen Superman und das Regime protestierten. Superman muss das Gespräch unterbrechen, weil jemand um Hilfe schreit. Es handelt sich um Stalins Vertraute, weil dieser vergiftet wurde. Bei den Problemen in der Sowjetunion bemerkt Superman nicht, dass Luthor derweil an einer neuen Waffe arbeitet. An einem Superwesen der US-Regierung. Luthor träumt davon mit einer Armee von Superwesen die Kommunisten zu besiegen. Der Prototyp stellt sich in der Tat Superman und die beiden liefern sich einen harten Kampf, der sie bis in das Stadtzentrum Londons führt, welches sie teilweise durch ihre heftige Auseinandersetzung beschädigen. Gleichzeitig wurde eine Atombombe gezündet und der US-Superman opfert sich und fliegt mitsamt dem Sprengkörper in die Sonne. Wieder in Moskau trifft Superman auf Lana Lazarenko, einer alten Jugendfreundin. Sie steht mit ihrem Sohn in einer Schlange für Essen an. Superman will nicht nur ihr sondern auch den anderen Wartenden helfen und sorgt dafür, dass alle Essen bekommen. Dennoch muss er erkennen, dass sein kommunistisches System nicht allen helfen kann.

Teil 2: Red Son Ascendant

Superman ist bei Lex Luthor und fragt diesen, wo Brainiac stecke. Luthor antwortet ihm, dass Brainiac acht Millionen Sowjets in eine seiner berüchtigten Stadtminiaturen verwandeln wird. Superman kann dies noch gerade so verhindern und kehrt zu Luthor zurück. In Moskau befindet sich ein merkwürdiger Mann im Superman-Museum, welches die größten Heldentaten des Mannes aus Stahl ausstellt. Anschließend geht er in eine Bar und sagt dem Barkeeper, dass er ihn den ganzen Abend über an der Theke gesehen habe, falls jemand fragen sollte. Wie sich rausstellt ist dieser Mann der Terrorist Batman, der kurz darauf ein Gebäude der Regierung in die Luft sprengt. Er wird zwar von Soldaten entdeckt, doch gelingt es ihm zu fliehen. Pyotr will Superman zur Rede stellen, da dieser nicht eingegriffen hat, um Batman zu fassen, doch unterbricht Superman das Gespräch, da er hören kann, dass zwei Züge miteinander kollidieren werden, wenn er nicht dorthin eilt. Superman und Wonder Woman retten die Besatzung eines brennenden Schiffs und reden dabei über Luthor und ob Metawesen wie sie die Menschheit nicht zu sehr beeinflussen. Lex Luthor arbeitet derweil weiter daran Superman zu Fall zu bringen. Seine Frau Lois überrascht ihn im Labor, um ihm zu ihrem 23. Hochzeitstag zu gratulieren. Luthor ist recht desinteressiert und arbeitet weiter. Lois fragt ihn, wer mag der Mann gewesen sein, dem sie auf dem Gang begegnet ist. Es handelt sich um James Olsen, ein Berater der Anti-Superman-Initiative. Des Weiteren teilt er ihr mit, dass John F. Kennedy und Norma Jean zum Essen kommen werden, um über ein Alien zu reden, welches 1947 bei Roswell gelandet ist. In Moskau wird Pytor von Batman entführt, der sich als sein Fahrer ausgibt. Als Pyotr wieder zu sich kommt, befindet er sich in der Bathöhle. Pyotr Roslov offenbart dem Terroristen, dass Luthor und die C.I.A. mit Batman versuchen wollen Superman zu vernichten. Roslov selber füttert die Amerikaner mit Informationen. Allerdings will Batman nicht mitmachen, da der Roslov für einen wesentlich schlimmeren Herrscher hält als es Superman je sein könnte. Jedoch willigt er schließlich ein der Verschwörung gegen Superman zu helfen, prophezeit Roslov hingegen auch einen frühen Tod. Das Attentat fällt auf Supermans Geburtstag. Auf einer Feier zu seinen Ehren vermisst er Wonder Woman. Bei einem Feuerwerk sieht man plötzlich Batmans Logo am Himmel und Superman konzentriert sich und kann Dianas Stimme ausmachen und folgt dieser. Sie ist Batmans Geisel. Superman entdeckt die beiden schnell, sieht sich aber einer Falle ausgesetzt: Batman hat sich selber eine Bombe implantiert, die Diana mit ihm töten würde, zudem bestrahlt ihn rotes Sonnenlicht, welches ihn schwächt. So kann Batman ihn leicht verprügeln und der Mann aus Stahl hat keine große Chance zu reagieren. Hilflos wird er vom Terroristen in einen Kerker mit rotem Licht gesteckt, doch gelingt es in diesem Moment Diana sich zu befreien und so den Generator, der das schädliche Licht betreibt vernichten. Dadurch wird Superman direkt wieder stark und kann sich Batman stellen. Dieser offenbart dem Stählernen, dass Pyotr hinter all dem steckt und sprengt sich in die Luft. Diana erscheint kurz nach dem Selbstmord und ist völlig verändert. Sie hat weiße Haare und wirkt schwach und verstört. Auch dahinter steckt Roslov. Derweil zeigt Präsident Kennedy Luthor das Alien, welches in Roswell gefunden wurde. Es handelt sich um eine Green Lantern, wie der Leser anhand des altbekannten Logos auf dem Raumschiff erkennen kann. Nach den Ereignissen mit Batman gibt es weitere Veränderungen. Diana ist ein Pflegefall und wird von Roslov, den man einen Apparat an den Kopf transplantierte gepflegt. Roslov ist nun loyal und dient Brainiac, der von Superman umprogrammiert wurde, um Moskau zu überwachen und sich um die Staatsangelegenheiten zu kümmern, während Superman sich eine kleine Auszeit nimmt.

Teil 3: Red Son Setting

Sechs Milliarden Kommunisten leben auf der Welt, da Superman die Welt vereinigen konnte. Nur noch wenige Länder sind nicht Teil von Supermans kommunistischer Erde. Es gibt so gut wie kein Verbrechen mehr und die Menschen sind zufrieden. Nur Amerika ist noch immer ein Kriegsgebiet, welches im Chaos untergeht. Brainiac schlägt vor durch Militärgewalt Frieden in das Land zu bekommen, doch will Superman dies nicht, da sich auch die anderen Länder gewaltlos angeschlossen haben. Mittlerweile ist Lex Luthor Präsident der USA und plant seinen letzten Schlag gegen Superman. Nebenbei verhilft er Amerika wieder zu Wohlstand und altem Glanz. Nur die Zeitungsbranche scheint den Bach runterzugehen. Lois vermutet, dass Lex dies extra gemacht hat. Zumindest sei es komisch, dass er jeden Berufszweig helfen konnte, nur den Zeitungen und dem Daily Planet im Besonderen nicht. Luther und Olsen fliegen in ein Geheimversteck, die Phantomzone. Dort wartet Green Light auf sie, die Green Lantern dieser Elseworld-Geschichte. Hal Horden war Testpilot und Kriegsgefangener in Malaysia. Wegen seinem starken Willen wurde er für das Projekt ausgewählt. Lois Luther besucht Diana auf Paradise Island. Die beiden Frauen reden über Luthor und Superman und sind nicht wirklich begeistert von den Männern. Lois offenbart ihr, dass sie sich erkundigen soll, ob Wonder Woman und die Amazonen sich Luthors Plan Superman zu vernichten in den Weg stellen werden. In der Miniaturstadt Stalingrad, die von Brainiac erschaffen wurde, muss sich Präsident Superman mit einem gigantischen Käfer herumärgern, die die Stadt verwüstet. Jedoch kann er sich mit dem Problem nicht herum schlagen, weil er sich auf Nordamerika konzentrieren muss. Brainiac empfiehlt Superman einen Militärangriff, um die USA fügsam zu machen. Die beiden gehen die Alternativen und Prognosen an Todesopfern durch als auf einmal Lex Luthor vor ihnen steht. Währenddessen bereitet sich eine ganze Armee an Green Lanterns darauf vor die Kommunisten anzugreifen. In Supermans Winterpalast kommt es zum Höhepunkt als Brainiac Luthor tötet, weil Superman dies niemals tun würde. Superman tritt einem Herr von Green Lanterns entgehen und schlägt sich recht gut, doch auch Wonder Woman und die Amazonen treten in die Kampf gegen Superman ein. Superman gelingt es jedoch alle zu besiegen. Während Brainiac in seinem Raumschiff Washington angreift, versucht Superman so viele Menschen wie möglich zu evakuieren. Dort trifft er das erste Mal auf Lois und versucht sie dazu zu bringen aufzugeben und sich von ihm helfen zu lassen. In ihrer Tasche fällt ihr ein Brief auf. Dieser ist von Lex Luthor an ihn und enthält die Nachricht, warum er nicht die ganze Welt in eine Flasche stecke - eine Anspielung auf das nicht gelöst Stalingrad-Problem. Superman erkennt, dass er wie ein Gott auf Erden herrscht und bitter Brainiac den Kampf einzustellen, doch will der Roboter dies nicht zulassen und kämpft weiter. In der Tat handelt es sich nicht um Brainiac, sondern Luthor, der doch nicht starb, sondern Kontrolle über den Roboter gewinnen konnte. Superman vernichtet, was von Brainiac über ist und löst damit eine Selbstvernichtungssequenz aus. Superman schafft das Schiff aus dem Orbit bevor es explodiert und opfert sich dabei selbst. Jedoch taucht Jahre später ein Mann auf, der Superman sehr ähnlich sieht. Lois Luther vermutet dasselbe, doch spricht sie ihn nicht darauf an.

"Red Son" ist eine beeindruckende und unterhaltsame Superman-Story. Besonders dadurch, dass sie nicht zum normalen Kanon des DC-Universums gehört, ist es sehr interessant mehr über die Charaktere zu erfahren, da sie hier in einem völlig anderen Kontext präsentiert werden. Für Fans des Manns aus Stahls ist dieser Band ein absolutes Muss.

Text by Sebastian Berning